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Die Blindschleiche im Wäschesack
Fahrt der Kindergruppe an die Sieg - August 2009
Morgens hörte ich einen Schrei aus dem Keller, stürzte dorthin und
sah meine Mutter schreckensbleich in der Waschküche stehen. „Da!“, stammelte
sie und deutete mit dem Finger in Richtung auf unsere Waschmaschine. Ich folgte
der Richtung und glaubte, einen großen Wurm zu erkennen. Nun flitzte ich wie
der Blitz nach oben, um meinen Vater zu rufen. Der identifizierte den Wurm als
Blindschleiche, schnappte sich ein Handtuch und damit das Tier und brachte es
auf eine Wiese, die neben unserem Haus ist. Doch: Wie kommt eine Blindschleiche
in den Keller? Wie in die Wäsche? Wann und Wo krabbelte sie sich dahinein? Nun
aber von vorne:
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Die Kindergruppe Ende August 2009 auf Tour an der Sieg
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Wir fuhren mit dem Verein auf eine dreitägige Tour. Als wir auf
dem Campingplatz des Siegburger TV angekommen waren, bauten wir die Zelte auf.
Als wir damit fertig waren, merkten wir, dass unser Magen knurrte. Also los zum
„Essen fassen“. Es gab Nudel- und Kartoffelsalat, Brötchen und für den Durst Apfelschorle.
Darüber wurde es dunkel. David rief: „Auf zur Nachtwanderung!“
„Zieht Euch warm an!“ und schon ging es einen steilen Berg hoch.
Es schien so, als müssten wir auf die Zugspitze. Auf dem halben Weg begannen
wir zu keuchen, die Füße hatten keine Lust mehr. Wir eigentlich auch nicht.
Irgendwie schafften wir es aber doch. Oben angekommen sahen wir die Lichter vom
Polarmeer (oder doch nur der beleuchtete Michelsberg?). Dann ging es runter. Es
war steil. Es war sehr steil und auch schmal. Einige übten die „Eskimorolle
ohne Kanu“. Überall matschig. So sahen wir auch aus. Einzig unsere Übungsleiter
blieben sauber und führten uns irgendwann zum Zelt zurück. Hat er gut gemacht.
Er setzte sich nun hin und gab eine Vorschau für den nächsten Tag. Leider
hörten nur wenige zu, weil sie über das erzählen einschliefen. Wir wissen
nicht, wann David mit seinen Erzählungen aufgehört hat.
Am nächsten Morgen waren alle Kinder schon lange auf. Nur die
Übungsleiter fehlten. Sie schliefen und ließen sich nur langsam zu neuem Leben
erwecken. Sie waren muffelig. Mit: „Ladet schon einmal die Boote auf“, gingen
sie wieder ins Zelt. Jetzt murrten wir. Endlich gab es Frühstück. Jetzt waren
die Übungsleiter auch wieder besser gelaunt. Wir fuhren los, um die Boote aufs
Wasser zu bringen. Die Sieg war relativ nah. Das Wasser war glatt. Die Strömung
wie auf den Fühlinger See. Ohne das Wind aufkam, wurde die Strömung stärker. Es
regnete in Strömen – aber es wurde weitergepaddelt. Ein wenig geschützt, warteten wir kurz unter
überhängenden Ästen den Regen ab. Endlich wurde es besser. Endlich konnten wir
weiter paddeln. Nach „Stunden“ entdeckten wir einen Ausstieg. „Rast!“ Das
Warten hatte uns hungrig gemacht. „Holt die Lunchpakete raus“, musste uns
niemand sagen. Irgendwann ging es weiter.
Es nahte die erste Herausforderung. Eine kleine Stromschnelle
neben einem Wehr. Zwei gingen baden. Aber sie wurden gerettet und ihre Boote
eingefangen. Dann ging es weiter zum Campingplatz. Umziehen, Abendessen vorbereiten,
essen, verdauen, spülen. Ach war das schön. Leider nicht lange. Die zweite
Nachtwanderung - zu einem Spielplatz – stand an. Im Dunkeln spielten wir verstecken.
In dieser Zeit muss sich auch die Blindschleiche im Zelt versteckt haben, weil
wir draußen zu laut waren.
Am nächsten Morgen waren wir schon geübter. Es klappte mit dem
Aufladen, mit dem Frühstück, mit dem Brötchen schmieren, mit dem Losfahren und
dem Einsteigen. Dafür fuhren wir gut 10 Kilometer. Ich erinnere noch heute an
den Muskelkater. Dann war Feierabend. Boote aufladen und Sachen in Windeseile
zusammen packen. Ab nach Hause. Die Eltern holten uns ab. „Wie war es?“ Zu
müde, um eine Antwort zu geben. Ungewaschen ins Bett und sofort eingeschlafen.
Am frühen Morgen ein gellender Schrei. Siehe oben.
Trotzdem will ich das nächste Mal wieder mit. Ich werde besser auf blinde Passagiere aufpassen!
Ein Bericht
von: Dominik Raphael Will
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