Verein für Kanusport Bayer Leverkusen


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Geschrieben von David Seehausen   
Mittwoch, 13. Januar 2010

Die Blindschleiche im Wäschesack

Fahrt der Kindergruppe an die Sieg - August 2009


Morgens hörte ich einen Schrei aus dem Keller, stürzte dorthin und sah meine Mutter schreckensbleich in der Waschküche stehen. „Da!“, stammelte sie und deutete mit dem Finger in Richtung auf unsere Waschmaschine. Ich folgte der Richtung und glaubte, einen großen Wurm zu erkennen. Nun flitzte ich wie der Blitz nach oben, um meinen Vater zu rufen. Der identifizierte den Wurm als Blindschleiche, schnappte sich ein Handtuch und damit das Tier und brachte es auf eine Wiese, die neben unserem Haus ist. Doch: Wie kommt eine Blindschleiche in den Keller? Wie in die Wäsche? Wann und Wo krabbelte sie sich dahinein? Nun aber von vorne:

 

KiGru-Fahrt09
 Die Kindergruppe Ende August 2009 auf Tour an der Sieg

Wir fuhren mit dem Verein auf eine dreitägige Tour. Als wir auf dem Campingplatz des Siegburger TV angekommen waren, bauten wir die Zelte auf. Als wir damit fertig waren, merkten wir, dass unser Magen knurrte. Also los zum „Essen fassen“. Es gab Nudel- und Kartoffelsalat, Brötchen und für den Durst Apfelschorle. Darüber wurde es dunkel. David rief: „Auf zur Nachtwanderung!“

„Zieht Euch warm an!“ und schon ging es einen steilen Berg hoch. Es schien so, als müssten wir auf die Zugspitze. Auf dem halben Weg begannen wir zu keuchen, die Füße hatten keine Lust mehr. Wir eigentlich auch nicht. Irgendwie schafften wir es aber doch. Oben angekommen sahen wir die Lichter vom Polarmeer (oder doch nur der beleuchtete Michelsberg?). Dann ging es runter. Es war steil. Es war sehr steil und auch schmal. Einige übten die „Eskimorolle ohne Kanu“. Überall matschig. So sahen wir auch aus. Einzig unsere Übungsleiter blieben sauber und führten uns irgendwann zum Zelt zurück. Hat er gut gemacht. Er setzte sich nun hin und gab eine Vorschau für den nächsten Tag. Leider hörten nur wenige zu, weil sie über das erzählen einschliefen. Wir wissen nicht, wann David mit seinen Erzählungen aufgehört hat.

Am nächsten Morgen waren alle Kinder schon lange auf. Nur die Übungsleiter fehlten. Sie schliefen und ließen sich nur langsam zu neuem Leben erwecken. Sie waren muffelig. Mit: „Ladet schon einmal die Boote auf“, gingen sie wieder ins Zelt. Jetzt murrten wir. Endlich gab es Frühstück. Jetzt waren die Übungsleiter auch wieder besser gelaunt. Wir fuhren los, um die Boote aufs Wasser zu bringen. Die Sieg war relativ nah. Das Wasser war glatt. Die Strömung wie auf den Fühlinger See. Ohne das Wind aufkam, wurde die Strömung stärker. Es regnete in Strömen – aber es wurde weitergepaddelt.  Ein wenig geschützt, warteten wir kurz unter überhängenden Ästen den Regen ab. Endlich wurde es besser. Endlich konnten wir weiter paddeln. Nach „Stunden“ entdeckten wir einen Ausstieg. „Rast!“ Das Warten hatte uns hungrig gemacht. „Holt die Lunchpakete raus“, musste uns niemand sagen. Irgendwann ging es weiter.

Es nahte die erste Herausforderung. Eine kleine Stromschnelle neben einem Wehr. Zwei gingen baden. Aber sie wurden gerettet und ihre Boote eingefangen. Dann ging es weiter zum Campingplatz. Umziehen, Abendessen vorbereiten, essen, verdauen, spülen. Ach war das schön. Leider nicht lange. Die zweite Nachtwanderung - zu einem Spielplatz – stand an. Im Dunkeln spielten wir verstecken. In dieser Zeit muss sich auch die Blindschleiche im Zelt versteckt haben, weil wir draußen zu laut waren.

Am nächsten Morgen waren wir schon geübter. Es klappte mit dem Aufladen, mit dem Frühstück, mit dem Brötchen schmieren, mit dem Losfahren und dem Einsteigen. Dafür fuhren wir gut 10 Kilometer. Ich erinnere noch heute an den Muskelkater. Dann war Feierabend. Boote aufladen und Sachen in Windeseile zusammen packen. Ab nach Hause. Die Eltern holten uns ab. „Wie war es?“ Zu müde, um eine Antwort zu geben. Ungewaschen ins Bett und sofort eingeschlafen. Am frühen Morgen ein gellender Schrei. Siehe oben.

Trotzdem will ich das nächste Mal wieder mit. Ich werde besser auf blinde Passagiere aufpassen!


Ein Bericht von: Dominik Raphael Will

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 23. Juni 2010 )
 
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